„Reigen“ von Arthur Schnitzler

 

Der „Reigen“ schildert den Beischlaf (der selbst nicht explizit gezeigt wird) im Umfeld von Macht, Verlangen nach Liebe, Verführung, Sehnsucht und tiefer Enttäuschung. Vor fast genau 100 Jahren handelte sich der Autor mit diesem Stück vor allem Ärger und Skandale ein - weil es in den zehn Zweier-Szenen stets um „das Eine“ geht. Regisseur, Schauspieler und Theaterleitung wurden nach der Berliner Uraufführung 1920 wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ vor Gericht gestellt. 

Im Freispruch nach fünf Verhandlungstagen hieß es damals allerdings: „Der Dichter will darauf hinweisen, wie schal und falsch das Liebesleben sich abspielt. Er hat [...] nicht die Absicht gehabt, Lüsternheit zu erwecken [...]. Die Sprache des Buches ist fein und leicht. die Charaktere werden mit wenigen scharfen Strichen vorzüglich gezeichnet.“ Doch auch weitere Aufführungen wurden angefeindet, gestört und teilweise gestürmt. Schnitzler untersagte schließlich schon 1922, das Stück weiter zu zeigen - und dieses Verbot bestand bis zum Jahr 1982. 

bald befinden wir uns in den Endproben unserer geplanten Aufführung von Shakespeares Komödie „Der Kaufmann von Venedig“. Wir zeigen sie auch mit im Karneval gewohnten Masken. Sie zeigen bei uns an, dass es sich bei dem Rollenspiel der Venezianer um einen für sie durchaus üblichen Ablauf handelt, der bei den Mitwirkenden mit nicht unbedingt festgelegten Rollen regelmäßig über die Bühne geht.
 
Und es handelt sich bei diesem Spiel um ein übliches Vergnügen der satten und reichen Christen, das sie unter ihresgleichen in Venedig und auf ihrem Landsitz in Belmont regelmäßig betreiben, aber unter den gegebenen Umständen ausnahmsweise auch mal mit dem von ihnen im Grunde verabscheuten Juden – wo die Christen diesmal (außergewöhnlich genug) ausgerechnet auch einmal auf dessen Dienste angewiesen sind...

Schräge Weihnacht

 

Seit 2010 präsentiert das Ensemble des „Spielbrett“ (meist zusätzlich mit einigen Gästen) an mehreren Advents-Wochenenden seine „schräge Weihnacht“: in jedem Jahr gibt es – passend zur Festzeit – ein neues breites Spektrum von Texten und Liedern, darunter selbstgeschriebene und umgedichtete, aber auch original-kopierte von Autoren und Musikern wie Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Mascha Kaleko, Axel Hacke, Gerhard Polt, Horst Evers, Bläck Fööss, Frank Zappa, Gerd Köster, Genesis, LSE, Norah Jones, Max Raabe, Harry Belafonte und vielen anderen. Das rund dreistündige Programm (inclusive zweier Pausen) wird außer im Theatersaal in Kalk auch in unserer „Außenspielstätte“, dem „Alt Poller Wirtshaus“, gezeigt. Karten für die stets ausverkauften Vorstellungen müssen spätestens zwei bis drei Monate vor den Vorstellungen gekauft werden.